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Shoring

So erstellen Sie einen SAP-Shoring-Plan: Von Arbeitspaketen zur Roadmap

Eine Shoring-Entscheidung ist keine Preisentscheidung, sondern eine Arbeitspaket-Entscheidung. Eine praxistaugliche Planungsmethodik – von der Identifikation remote-fähiger Aufgaben bis zur Transitions-Roadmap.

Von OXORY Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

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Zuerst Arbeitspakete strukturieren

Die Shoring-Planung beginnt mit der Strukturierung der Aufgaben, nicht mit der Wahl des Modells. Nicht jede SAP-Aufgabe eignet sich gleichermaßen für die Remote-Bereitstellung; entscheidend sind der Reifegrad der Definition und der Grad der erforderlichen persönlichen Interaktion.

  • Hohe Eignung: Entwicklung, Testdurchführung, Schnittstellen-Monitoring, Level-2/3-Support, Dokumentation.
  • Mittlere Eignung: Customizing, Datenbereinigung, Erstellung von Schulungsunterlagen – erfordert klare Abnahmekriterien.
  • Geringe Eignung: Prozess-Workshops, Change Management, Koordination der Cutover-Nacht.

Das Modell an das Arbeitspaket anpassen – nicht umgekehrt

Sobald die Strukturierung abgeschlossen ist, ergibt sich die Wahl des Modells fast von selbst. Ein einzelnes Modell muss nicht den gesamten Scope abdecken; in den meisten Unternehmen ist ein hybrides Setup am effizientesten.

  • Onsite: Entscheidungsintensive, stakeholderorientierte Aufgaben und kritische Cutover-Fenster.
  • Nearshore: Entwicklungs- und Support-Aufgaben, die eine kontinuierliche Bereitstellung in derselben Zeitzone erfordern.
  • Offshore: Standardisierte Aufgaben mit hohem Volumen, die über Nacht ausgeführt werden können.

Kosten-Risiko-Balance quantifizieren

Ausschließlich Tagessatzunterschiede in Shoring-Kalkulationen einzubeziehen, ist irreführend. Das reale Gesamtbild entsteht erst, wenn Koordinationsaufwand und Einarbeitungskurven berücksichtigt werden.

  • Onboarding-Kosten: Den erwarteten Produktivitätsverlust während der ersten 4–8 Wochen fest einplanen.
  • Koordinationsaufwand: Feste Zeitkontingente eines lokalen Delivery Leads pro Remote-Team veranschlagen.
  • Risikoprämie: Redundanzkosten einkalkulieren, wenn kritisches Wissen bei einzelnen Personen liegt.

Transitions-Roadmap: Phasenweise Übergabe

Die Übergabe des gesamten Scopes auf einen Schlag ist der häufigste Grund für das Scheitern von Shoring-Plänen. Eine phasenweise Übergabe hält sowohl das Risiko als auch die Lernkurve beherrschbar.

  • Welle 1: Ein risikoarmes, klar definiertes Arbeitspaket mit messbarem ersten Lieferergebnis.
  • Welle 2: Kontinuierlicher Support- und Entwicklungsfluss; Taktrate und Reporting sind eingespielt.
  • Welle 3: Kritische Module, sofern die Metriken der ersten beiden Wellen die Zielvorgaben erfüllen.

Metriken, die den Plan messbar machen

Ein Shoring-Plan ist unvollständig ohne die Definition von Metriken für das erste Quartal. Diese KPIs steuern sowohl Grundsatzentscheidungen als auch den Scope nachfolgender Wellen.

  • First-Time-Pass-Rate bei Abnahmetests und Nacharbeitsquote pro Lieferung.
  • Entscheidungslatenz: Durchschnittliche Bearbeitungszeit für Rückfragen des Remote-Teams.
  • Aufwandsabweichung: Ist- vs. Planaufwand für übergebene Arbeitspakete.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Erstellung eines SAP-Shoring-Plans?
Wenn die Arbeitspakete vorstrukturiert sind, genügen zwei bis vier Wochen: eine Woche für die Bestandsaufnahme, eine Woche für Modell- und Kostenkalkulation und die verbleibende Zeit für Zeitplan und Vertragsrahmen.
Welche SAP-Aufgaben eignen sich nicht für Shoring?
Aufgaben, die intensive persönliche Interaktion und Entscheidungen in Echtzeit erfordern – wie Prozess-Workshops, Change Management und die Koordination der Cutover-Nacht –, sollten vor Ort (onsite) verbleiben.
Wie viel lässt sich durch Shoring tatsächlich einsparen?
Ausschließlich Tagessatzdifferenzen zu betrachten, greift zu kurz. Werden Onboarding und Koordinationsaufwände einkalkuliert, zeigen sich nachhaltige Kostenvorteile typischerweise nach dem ersten Quartal.
Sollte der gesamte Scope auf einmal übergeben werden?
Nein. Eine phasenweise Transition wird empfohlen: Starten Sie mit einem risikoarmen Initialpaket und erweitern Sie den Scope erst auf kritische Module, wenn die KPIs erreicht werden.
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